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Unterlagen Finanzierung Resthof oder Bauernhof

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Unterlagen Finanzierung Resthof oder Bauernhof

Finanzieller Fahrplan

Die Finanzierung einer Hofimmobilie, ob charmanter Resthof oder weitläufiger Bauernhof, unterscheidet sich grundlegend von einer klassischen Eigentumswohnung. Banken bewerten das Risiko hier völlig anders. Aus unserer täglichen Beratungspraxis wissen wir: Der Schlüssel zu einer schnellen Kreditzusage und Top-Konditionen liegt in einer lückenlosen, perfekt strukturierten Unterlagenmappe.

In diesem Leitfaden erfahren Sie exakt, welche Dokumente Sie vorbereiten müssen. Wir unterscheiden dabei zwischen Objektunterlagen und persönlichen Unterlagen sowie den zwei entscheidenden Nutzungsszenarien: reine Eigennutzung vs. gewerbliche Nutzung (z. B. Landwirtschaft oder Ferienvermietung).

1. Szenario: Die rein private Nutzung (Wohnen & Hobby)

Suchen Sie einen Resthof als privaten Rückzugsort, für die Pferdehaltung im Nebenerwerb ohne Gewinnabsicht oder einfach für viel Freiraum? In diesem Fall gleicht die Finanzierung im Kern einer normalen Wohnimmobilienfinanzierung, allerdings mit spezifischen Besonderheiten beim Objekt.

Viele unserer Kunden behalten ihren gewohnten Hauptberuf bei und nutzen den Hof rein privat. Für Banken ist das ein großer Pluspunkt: Das geregelte Angestellten- oder Freiberufler-Einkommen sichert den Kapitaldienst ab.

Persönliche Unterlagen (private Nutzung)

  • Einkommensnachweise: Die letzten 3 Gehaltsabrechnungen sowie der Dezember-Nachweis des Vorjahres.
  • Steuerunterlagen: Die letzten 2 bis 3 Einkommensteuerbescheide inkl. Steuererklärungen.
  • Eigenkapitalnachweis: Kontoauszüge, Depotauszüge oder Nachweise über Zuteilungen von Bausparverträgen.
  • Personalausweis-Kopie (Vorder- und Rückseite) aller Antragsteller.
  • Schufa-Eigenauskunft (optional, beschleunigt die Prüfung).
  • Auflistung der Verbindlichkeiten: Nachweise über bestehende Ratenkredite, Leasingverträge oder Unterhaltsverpflichtungen.

Objektunterlagen (private Nutzung)

  • Aktueller Grundbuchauszug (nicht älter als 3 Monate, vollständig mit allen drei Abteilungen).
  • Flurkarte / Liegenschaftskarte (aktuell und amtlich).
  • Wohn- und Nutzflächenberechnung: Getrennte Ausweisung von Wohnraum und reinen Nutzflächen (Scheunen, Stallungen).
  • Bemaßte Baupläne: Grundrisse, Schnitte und Ansichten.
  • Kaufvertrag oder Entwurf des Notars.
  • Auszug aus dem Baulastenverzeichnis und Altlastenkataster.
  • Energieausweis: Pflicht bei Wohngebäuden.
  • Fotos der Immobilie: Außenansichten, Innenräume, Wirtschaftsgebäude, Dachstuhl und Außenanlagen.
  • Modernisierungs- und Sanierungsaufstellung: Aufschlüsselung geplanter Arbeiten inkl. Kostenvoranschlägen (wichtig für die Ermittlung des Beleihungswerts).

Praxistipp aus unserer Kundenerfahrung

Bei einem unserer Kunden in Norddeutschland war die Wohnfläche im Exposé pauschal mit den Nutzflächen der Scheune vermischt. Die Bank lehnte den ersten Antrag ab, da Wirtschaftsgebäude bei reiner Eigennutzung oft nur mit einem Bruchteil des Sachwerts angesetzt werden. Erst als wir die Flächen strikt getrennt und eine fundierte Modernisierungsaufstellung eingereicht haben, wurde der Kredit zu Top-Zinsen bewilligt.

2. Szenario: Gewerbliche Nutzung (Landwirtschaft, Gewerbe & Ferienwohnungen)

Planen Sie, den Hof gewerblich zu nutzen, sei es durch die Verpachtung von Flächen, einen vollwertigen landwirtschaftlichen Betrieb, einen Gnadenhof mit Einnahmen oder den Ausbau von Ferienwohnungen? Hier wechselt die Bank von einer Verbraucherfinanzierung in eine Gewerbe- bzw. Agrarfinanzierung.

Auch wenn Sie Ihren ursprünglichen Job in Vollzeit oder Teilzeit weiterführen und die gewerbliche Tätigkeit parallel aufbauen, verlangt die Bank detaillierte Nachweise über die Tragfähigkeit des Konzepts.

Persönliche Unterlagen (gewerbliche Nutzung)

  • Alle Unterlagen aus Szenario 1 (als Bonitätsbasis aus der Haupttätigkeit).
  • Tabellarischer Lebenslauf: Nachweise über fachliche Qualifikationen (z. B. landwirtschaftliche Ausbildung, Erfahrung im Gastgewerbe oder betriebswirtschaftliche Kenntnisse).
  • Sofern bereits selbstständig: BWA (Betriebswirtschaftliche Auswertung) der letzten 3 Jahre, EÜR bzw. Bilanz inkl. Anhang.

Objekt- und Betriebskonzepte (gewerbliche Nutzung)

  • Alle Objektunterlagen aus Szenario 1.
  • Tragfähiges Unternehmenskonzept (Businessplan):
    • Beschreibung der Geschäftsidee (z. B. Konzept der Ferienvermietung, Zielgruppe, Preisgestaltung).
    • Rentabilitäts- und Liquiditätsvorschau für die ersten 3 bis 5 Jahre.
    • Kapitalbedarfs- und Finanzierungsplan.
  • Nutzungsänderung / Baugenehmigung: Schriftliche Bestätigung des Bauamts, dass die geplante gewerbliche Nutzung (z. B. Umbau der Scheune zu Ferienwohnungen oder Gastronomie) baurechtlich zulässig ist.
  • Pachtverträge: Bestehende oder geplante Pachtverträge für Landwirtschaftsflächen, Weiden oder Hallen.
  • Landwirtschaftliche Bilanzen / BMEL-Abschlüsse: Falls ein bestehender Agrarbetrieb übernommen wird (Aufschluss über Ertragswert).
  • Fördermittel-Anträge: Nachweise über beantragte Mittel (z. B. KfW, Landwirtschaftliche Rentenbank oder regionale LEADER-Förderungen).

Praxistipp aus unserer Kundenerfahrung

Ein Kundenpaar wollte einen Resthof erwerben und drei Ferienwohnungen integrieren. Beide arbeiteten weiterhin im Angestelltenverhältnis. Die Finanzierungsanfrage stockte zunächst, weil die Bank die zukünftigen Mieteinnahmen nicht anerkennen wollte. Wir entwickelten gemeinsam einen professionellen Businessplan inklusive Auslastungsprognose und legten eine Voranfrage zur Nutzungsänderung beim Bauamt vor. Das Ergebnis: Die Bank rechnete 50 % der prognostizierten Einnahmen aus der Ferienvermietung an und genehmigte das Darlehen problemlos.


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Regionale Besonderheiten bei Hofimmobilien

Je nach Bundesland und Region unterscheiden sich die rechtlichen Rahmenbedingungen beim Hofkauf erheblich:

  • Grundstücksverkehrsgesetz (GrdstVG): In vielen ländlichen Regionen (z. B. in Niedersachsen, NRW, Schleswig-Holstein oder Bayern) prüft die Genehmigungsbehörde (Amt für Landwirtschaft), ob ein Kaufvertrag genehmigt wird. Hauptberufliche Landwirte haben oft ein Vorkaufsrecht.
  • Höfeordnung (HöfeO): In Bundesländern mit Höfeordnung gelten besondere erbrechtliche und grundbuchrechtliche Regeln, die bei der Eigentumsübertragung beachtet werden müssen.
  • Außenbereich (§ 35 BauGB): Viele Bauernhöfe liegen im Außenbereich. Umbauten oder Umnutzungen sind hier streng reglementiert. Eine schriftliche Bauvoranfrage schützt vor teuren Überraschungen.

Checkliste: Die 5 häufigsten Fehler vermeiden

  1. Unvollständige Bauunterlagen: Fehlen Altlastenverzeichnis oder Flurkarte, ruht der Antrag bei der Bank tagelang.
  2. Fehlende Trennung von Wohn- und Nutzfläche: Ein Pferdestall ist keine Wohnfläche. Klären Sie die Bewertung vorab.
  3. Unklarer Baustatus im Außenbereich: Vergewissern Sie sich vor Kaufpreisverhandlungen über die Genehmigungsfähigkeit Ihres Vorhabens.
  4. Unterschätzte Sanierungskosten: Kalkulieren Sie bei historischen Fachwerkhäusern oder alten Scheunen immer einen Puffer von 15 bis 20 % ein.
  5. Fehlende Berücksichtigung von Fördermitteln: Nutzen Sie zinsgünstige Darlehen der Landwirtschaftlichen Rentenbank oder energetische KfW-Mittel.

Fazit: Gut vorbereitet zur schnellen Finanzierungszusage

Die Finanzierung eines Resthofs oder Bauernhofs erfordert Weitblick und eine individuelle Aufbereitung der Unterlagen. Ob Sie den Hof rein privat als Lebensraum nutzen und Ihren Job weiterführen oder ein neues Gewerbe aufbauen: Eine strukturierte Vorbereitung spart Zeit, Nerven und bares Geld.

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Als spezialisierte Finanzierungsberater unterstützen wir Sie von der Aufbereitung der Unterlagen bis zur finalen Kreditzusage. Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Erstgespräch.


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